22|10|2021

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell laufen kann", meinte die Athletin selbst. Das schönste Kompliment kam von der bayerischen Meisterin Maria Haslberger (LG Festina Rupertiwinkel): "Du bist ja unglaublich gut gestartet. Ich habe gedacht … ach du Sch … jetzt muss ich rennen!" Nach 70 Metern lagen die drei Führenden gleichauf, und Kathi kam mit nur 16 Hundertstelsekunden Rückstand auf die Siegerin ins Ziel. Schwer zu sagen, was nach dem Rennen überwog: Die Freude über die unerwartete Bronzemedaille oder die deutliche Steigerung der persönlichen Bestzeit über 100 m auf nie erwartete 12,08 Sekunden.

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"Ich habe meinen Augen nicht getraut", kommentierte Trainerin Sabine Osenberg den Rennverlauf, "das muss ich mir noch einmal im Video ansehen." Erst vor einer Woche war Kathi in Augsburg bei der Bayerischen Meisterschaft der Frauen nach 12,39 s im Vorlauf ins Ziel gekommen. Eine sehr erfreuliche Jahresbestzeit, nachdem die Athletin in den Vorwochen nicht mit ihren Sprintleistungen zufrieden war. Diese 12,39 s wiederholte sie jetzt in Regensburg im Vorlauf und qualifizierte sich damit problemlos für das Finale. Von der Nervosität, mit der Kathi in den Tag gegangen war, war nichts mehr zu spüren, und dennoch hätte kaum jemand eine so deutliche Steigerung der 2 Jahre alten Bestzeit (12,24 s) zu diesem Zeitpunkt erwartet.

Zwei Stunden später begann die Weitsprung-Konkurrenz, bei der Kathi nach den konstant starken Leistungen der letzten Wochen zu den Favoritinnen gehörte. "Diese Leistungssteigerung über 100 m gleich beim Anlauf des Weitsprungs zu berücksichtigen ist nicht einfach", so die Trainerin. Auch ohne das genaue Timing des Absprungs kam Kathi gut in den Wettkampf. Nach 2 Durchgängen lag nur Lisa Schmid von der LG Festina Rupertiwinkel knappe 4 cm vor der Hohenpeißenbergerin, die sich im 2. Versuch mit 5,63 m an die zweite Stelle des Feldes gesetzt hatte. Ganz perfekt lief es trotzdem nicht: Eine weitere Steigerung wollte Kathi nicht gelingen, und mit einem letzten Sprung von 5,61 Metern rundete sie die Sprungserie ab, die ihr die Silbermedaille einbrachte. "Die Sprünge waren nie optimal auf dem Brett", meinte die Trainerin, "aber mit der zweiten Medaille bei der Bay U23 und noch dazu einer fantastischen 100-m-Bestzeit können wir sehr zufrieden sein."

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