22|10|2021

Die Rollen schienen vor dem Wettkampf klar verteilt: Die beste bayerische Weitspringerin Tina Pröger (TSV Zirndorf) war mit 6,27 m gemeldet, und das Feld der Verfolgerinnen würde um die Plätze kämpfen. Aber so einseitig verlief der Wettkampf dann doch nicht. Nach zwei Runden lag Tina Pröger mit 5,81 Metern nur 12 cm vor Kathi (5,69 m), und die anderen Teilnehmerinnen mussten nun schon einiges Risko eingehen, um noch in die Medaillenränge zu kommen. Die rote Fahne der Kampfrichterin zeigte insgesamt 22 ungültige Sprünge für die ersten Sechs des Klassements an. Nur 14 gültige Versuche hatten Bayerns beste Weitspringerinnen aufzuweisen. Auch Kathi hatte mit weiteren ungültigen Sprüngen zu dieser Bilanz beigetragen, konnte aber dank ihres starken Einstiegs in den Wettkampf gelassen mit den Fehlversuchen umgehen.

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Erst in Durchgang 5 und 6 sollten Isabel Mayer und Jacqueline Sterk (beide SWC Regenburg) mit 5,62 und 5,61 Metern noch einmal für Spannung sorgen, jedoch zu spät: Platz 3 und 4 gingen an die Regensburgerinnen. Gold holte Tina Pröger (5,98 Meter), und Kathi sicherte sich ihre erste Silbermedaille bei einer Bayerischen Meisterschaft der Frauen. "Vierte Plätze hatten wir schon genug. Heute hat Kathi im richtigen Moment ihre besten Sprünge gezeigt und sich gegen starke Konkurrenz die Medaille verdient", freute sich Trainerin Sabine Osenberg über einen gelungenen Wettkampf.

Und Kathi hat mit der Einstellung ihrer persönlichen Weitsprung-Bestmarke ein weiteres Mal gezeigt, dass sie sich im Augsburger Stadion besonders wohlfühlt. Hier stellte sie ihre Bestzeiten über 100 und 200 Meter auf, hier holte sie mit der Staffel der Startgemeinschaft Ammer-Isar-Loisach vor zwei Jahren Gold in der U20.

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Schon am Vortag hatte sich die Fahrt nach Augsburg gelohnt. Als Zweite des vierten Vorlaufs hatte sich Kathi in schnellen 12,39 Sekunden problemlos für den Zwischenlauf qualifiziert, verzichtete aber auf weitere Starts. "Da war ein Zwicken im Oberschenkel", erklärte Sabine Osenberg die Maßnahme, "der Weitsprung war diesmal wichtiger, da haben wir uns auch mehr Chancen ausgerechnet, und die Saison geht mit den U23-Meisterschaften noch weiter."

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Schon in der Vorwoche hatte Katharina Vogl ihre gute Form unter Beweis gestellt. Bei der Sparkassen-Gala in Regensburg schwärmten die Zuschauer von der fantastischen Stimmung: "Jeder Versuch wurde beklatscht", und Kathi ließ sich von der internationalen Konkurrenz nicht weiter beeindrucken. Vor dem dritten Versuch waren nur 5,06 m aus dem ersten Durchgang notiert, doch Kathi behielt die Nerven und qualifizierte sich mit 5,66 Metern für den Endkampf, wo sie im letzten Versuch noch einmal 5,65 Meter nachlegte. Als zweitbeste Deutsche nach der Bayerischen Meisterin Tina Pröger (6,12 m) wurde sie mit starken 5,66 Metern Dritte der Frauen-Konkurrenz. Der Sieg ging mit 6,27 m an die Tschechin Michaela Kucerova. "Wir haben den Anlauf ein wenig geändert zuletzt, das hat Kathi sehr schön umgesetzt heute", kommentierte Sabine Osenberg die starke Serie.