28|11|2021

Dass der Heimvorteil auch in der Leichtathletik eine Rolle spielt, sah man an der Ergebnisliste im Weitsprung und über 100 Meter der weiblichen U23. Hier gingen die beiden ersten Plätze an Athletinnen des gastgebenden Verbands Rheinland, und in diesen beiden Disziplinen ging auch die 20-jährige Katharina Vogl an den Start.

Für Katharina Vogl stand am Samstag der 100-Meter-Lauf auf dem Zeitplan. „Bei den Läufen vorher hat er zügig gestartet“, wunderte sich nicht nur Trainerin Osenberg über den verzögerten Startvorgang. Statt die Läuferinnen auf die Strecke zu schicken, ließ der Starter das Feld endlos warten. Im Startblock auf Bahn 7 registrierte Kathi ein Zucken bei der Läuferin auf Bahn 8. Eigentlich ein Grund, den Start abzubrechen, doch gerade jetzt kam zu Kathis Überraschung der Startschuss – und der Kampfrichter hatte die Situation nicht erkannt und den Startvorgang nicht abgebrochen. „Dafür, dass ihr eigener Start so spät kam, ist sie dann hervorragend an das Feld herangelaufen“, kommentierte die Trainerin den weiteren Rennverlauf. „Gerade die Schlussphase hat mir gut gefallen.“ Mit 12,79 Sekunden konnte sich Kathi als Sechste ihres Vorlaufs trotzdem nicht mehr für das Finale qualifizieren.

Am Sonntag ging es im Weitsprung zunächst um die Qualifikation für den Endkampf der besten Acht. Wechselnde Windverhältnisse erschwerten den Springerinnen die Optimierung des Anlaufs. „Die Konkurrenz ist so dicht, da stehst du schon im ersten Sprung unter Druck.“ Im ersten Durchgang wurden für Katharina 5,38 Meter notiert – Platz 5 immerhin, und es war mehr drin: „Da bin ich deutlich vor dem Brett abgesprungen“. Im zweiten Versuch passte der Anlauf dann gar nicht, der Versuch wurde ungültig gewertet. Und die Situation war nun kritisch: Zwei weitere Springerinnen hatten die 5,38 Meter übertroffen und Kathi auf Platz 7 verdrängt. Der dritte Sprung sah wieder richtig gut und weit aus, doch hier wurde Kathi ein Opfer des wechselnden Windes. „Beim Loslaufen hatte ich noch Rückenwind“, so die Athletin, doch diesmal kam auf den Metern vor dem Balken der Wind von vorn und bremste. Die vor dem Absprungbalken verschenkten Zentimeter fehlten bei der Landung und Kathi musste mit 5,36 Metern im dritten Versuch diesmal auf den Endkampf verzichten.

„Schade drum, aber wir schauen nach vorn“, meinte die Trainerin. Abteilungsleiter Frank Osenberg ordnete die Leistung mit einem Blick aufs Teilnehmerfeld noch einmal ein: „Platz 10 in Süddeutschland. Du musst erst einmal sehen, von wo die anderen Teilnehmer herkommen. Aus Bayern war gerade noch Katharina Sasse vom TSV Schleißheim als Achte vor Kathi, die anderen Springerinnen kannten wir gar nicht. Das ist noch einmal eine ganz andere Leistungsdichte als in Bayern.“